Betriebsmittelkredit · 04.11.2025

Betriebsmittelkredit
vs. Kontokorrent.

Beide finanzieren das gleiche – nur deutlich unterschiedlich teuer. Wann der Kontokorrent reicht, wann nicht.

Der Kontokorrent ist die bequemste Finanzierung der Welt – und oft die teuerste. Der Betriebsmittelkredit ist die Alternative für Bedarf, der planbar ist. Wer beides gegeneinander stellt, kann die Finanzierungskosten häufig halbieren.

Der Kontokorrent: stets verfügbar, stets teuer

Der klassische Kontokorrentkredit (KK) ist eine eingeräumte Überziehungslinie auf dem Geschäftskonto. Sie wird nur gezogen, wenn benötigt, und ist täglich verfügbar. Der Preis dafür: Zinsen zwischen 7 % und 12 % p.a., dazu meist eine Bereitstellungsprovision von 0,2–0,5 % auf die ungenutzte Linie.

Vorteile: maximale Flexibilität, keine separate Beantragung pro Ziehung, kein fester Tilgungsplan. Nachteile: hoher Zinssatz, oft gekürzte Linien bei Krise, Abhängigkeit von der Hausbank.

Der Betriebsmittelkredit: planbar, deutlich günstiger

Der Betriebsmittelkredit ist ein klassisches Darlehen mit fester Laufzeit (12–84 Monate), festen Raten und festem oder variablem Zins. Konditionen ab 4,7 % p.a. – also häufig 3–6 Prozentpunkte unter dem Kontokorrent.

Vorteile: deutlich günstiger, planbare Rate, oft höhere Volumina möglich. Nachteile: keine sofortige Verfügbarkeit, festes Volumen (Über- oder Unterausnutzung möglich), Tilgung läuft auch in schwächeren Monaten.

Direktvergleich

MerkmalKontokorrentBetriebsmittelkredit
Zinssatz7–12 % p.a.ab 4,7 % p.a.
Verfügbarkeitsofort, jederzeitnach Genehmigung, 24–72 Std.
Volumentyp. 10–20 % des Jahresumsatzesab 20.000 €
Laufzeitunbefristet, kündbar12–84 Monate
Tilgungnur bei Ziehungfestgelegte Raten
Beste Verwendungkurzfristige Lücken, Saisonpeaksplanbare Bedarfe, größere Skonto-Strategien

Beispielrechnung

Ein Unternehmen benötigt dauerhaft 200.000 € Working Capital. Variante A: vollständig im Kontokorrent zu 9,5 % p.a. – jährliche Zinslast: 19.000 €. Variante B: Betriebsmittelkredit über 200.000 € zu 5,5 % p.a. – jährliche Zinslast: 11.000 €. Differenz: 8.000 € pro Jahr, ohne die Linie überhaupt zu erhöhen.

In der Praxis wird oft kombiniert: ein Betriebsmittelkredit als Sockel (deckt den dauerhaften Bedarf) und ein kleinerer Kontokorrent obendrauf (deckt die Spitzen). Das ist die wirtschaftlichste Struktur für die meisten KMU.

Faustregel

Was Sie seit mindestens 3 Monaten im Soll halten, ist kein Kontokorrent-Fall mehr, sondern ein Betriebsmittelkredit-Fall.

Wann der Kontokorrent reicht

  • Saisonal stark schwankendes Geschäft
  • Maximal 2–4 Monate Auslastung pro Jahr
  • Linie unter 50.000 € (Aufwand für Betriebsmittelkredit zu hoch)

Wann der Betriebsmittelkredit besser ist

  • Dauerhafter Bedarf seit mehreren Monaten
  • Wachstumsphase mit höherem Working-Capital-Bedarf
  • Skonto-Strategie über mehrere Lieferanten
  • Volumen über 50.000 €
  • Hausbank hat Linie nicht mehr erhöht

Fazit

Kontokorrent und Betriebsmittelkredit sind keine Gegner – sondern Ergänzung. Wer den dauerhaften Sockel in einen günstigen Betriebsmittelkredit verlagert und nur die Spitzen im Kontokorrent fährt, spart oft einen mittleren fünfstelligen Betrag pro Jahr.

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Verfasst von KMU Finanzierung · Stand: 04.11.2025

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Alle Zahlen, Rechenbeispiele und Berechnungen dienen ausschließlich der besseren Veranschaulichung und stellen keine konkreten Konditionen, Preise oder verbindlichen Zahlen dar.

Den Kontokorrent sinnvoll entlasten.

Mit einem maßgeschneiderten Betriebsmittelkredit als Sockelfinanzierung.